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Die Präsidenten der Gesellschaft der Ärzte in Wien (Teil 10): Rudolf Chrobak (1843 – 1910), Gesellschaft der Ärzte

Die Präsidenten der Gesellschaft der Ärzte in Wien (Teil 10): Rudolf Chrobak (1843 – 1910)

 

Nach dem Rücktritt Leopold Dittels im März 1898 wurde der bisherige Vizepräsident, der Gynäkologe Rudolf Chrobak, zum Präsidenten der Gesellschaft der Ärzte gewählt.

Erste Schritte als Mediziner
1843 in Opava/Troppau (Mährisch-Schlesien) geboren, erlernte Chrobak, obwohl Sohn eines Kreisarztes, zunächst das Tischler- und Drechslerhandwerk, ehe er ein Medizinstudium an der Universität Wien begann (Promotion 1866).

Chrobak war unter anderem Schüler des Physiologen Ernst Wilhelm Brücke und arbeitete danach bei Johann Oppolzer an der II. Medizinischen Universitätsklinik. Oppolzer förderte seine Spezialisierung auf die Frauenheilkunde, indem er ihm die zahlreichen Fälle gynäkologischer Erkrankungen zuwies. Dadurch (sowie durch den Einfluss seines Schwiegervaters, des Frauenarztes E. Lumpe) erarbeitete sich Chrobak herausragende Kenntnisse als Gynäkologe, er war jedoch nie Hilfsarzt oder Assistent an einer Frauenklinik. 1871 erfolgte die Habilitation im Fach Geburtshilfe und Gynäkologie. 1880 wurde Chrobak außerordentlicher Professor und 1889 auf Vorschlag Billroths als Nachfolger des verstorbenen August Breisky ordentlicher Professor und Vorstand der II. Universitäts-Frauenklinik in Wien.

Chrobaks Bedeutung für die moderne Gynäkologie
Chrobak gilt als Begründer der modernen wissenschaftlichen Gynäkologie und entwickelte auch zahlreiche neue Operationsmethoden. Insbesondere revolutionierte er die Myom-Operation. Noch heute sind einige Begriffe in der Gynäkologie nach ihm benannt, wie zum Beispiel der Chrobaksche Sonderversuch, die Chrobaksche Operation und das Otto-Chrobak-Becken. Er veröffentliche unter anderem umfangreiche Lehrbücher mit gynäkologischen Abhandlungen.

Als Schüler Brückes verstand es Chrobak, die Methoden der Mikroskopie und der experimentellen Physiologie für die Gynäkologie nutzbar zu machen. Trotzdem neigte er nicht (wie andere Gynäkologen seiner Zeit) zum Spezialistentum, sondern behielt immer die Patientin als Ganzes im Blick.

Chrobak als Lehrender
Zusammen mit Friedrich Schauta entwarf und leitete er den Neubau der Universitäts-Frauenklinik sowie die Einrichtung von Frauenkliniken in der Rudolfstiftung und im Krankenhaus Wieden, für deren wissenschaftliche Einrichtungen er zum Teil selbst aufkam.

Chrobak war ein ausgezeichneter und angesehener Lehrer, mehrere seiner Schüler wurden auf eine Professur für Gynäkologie an verschiedene europäische Universitäten berufen (u.a. nach Berlin, Heidelberg und Prag).
Chrobak war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1908 Vorstand der II. Universitäts-Frauenklinik Wien. Präsident der Gesellschaft der Ärzte blieb er aber bis zu seinem Tode im Oktober 1910. Während seiner gesamten 12-jährigen Amtszeit war Sigismund Exner sein Stellvertreter.