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Nachbericht: Idee und Widerspruch - der medizinische Diskurs im Wien des 19. und angehenden 20. Jahrhunderts, Gesellschaft der Ärzte

Nachbericht: Idee und Widerspruch - der medizinische Diskurs im Wien des 19. und angehenden 20. Jahrhunderts

Die Gesellschaft der Ärzte in Wien lud gestern zu der Veranstaltung „Idee und Widerspruch – der medizinische Diskurs im Wien des 19. und angehenden 20. Jahrhunderts“, die im Rahmen der Initiative „Medizinische Museumsmeile“ stattfand. Es wurde über die Entwicklung der medizinischen Wissenschaft in Folge vieler Kontroversen und die Bemühungen um Anerkennung und Beachtung am Beispiel von Ignaz Semmelweis, Guido Holzknecht und Emerich Ullmann referiert.

Zuvor gab es einen hochkarätigen Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Giulio Superti-Furga (CEO and Scientific Director of Research Center for Molecular Medicine of the Austrian Academy of Sciences).

Der Molekularbiologe Giulio Superti-Furga ist einer von sechs österreichischen Wissenschaftlern, die neu in die Academia Europaea aufgenommen worden. Der wissenschaftliche Direktor des Wiener CeMM-Forschungszentrums für molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist in diesem Jahr als einziger Vertreter der österreichischen Life Sciences aufgenommen worden. Für unsere Veranstaltungsreihe „Top News aus der Medizinischen Forschung“ (moderiert von Univ.-Prof. Dr. Josef Schwarzmeier) präsentierte Prof. Superti-Furga seine Forschungsarbeit „Stereospecific targeting of MTH1 by (S)-crizotinib as an anticancer strategy."


Danach folgte die Begrüßung der Moderatoren des Abends.



Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Christiane Druml (Vizerektorin für Klinische Angelegenheiten, Vorsitzende der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt, Josephinum, MedUni Wien), Univ.-Prof. Dr. Alfred Engel (Orthopädische Abt., Donauspital - SMZ Ost, Verein zur Förderung der Adolf-Lorenz-Ordination, Wien) und Univ.-Prof. Dr. Franz Kainberger (Präsident der Gesellschaft der Ärzte in Wien).

Im Anschluss folgten interessante Vorträge, die dem Publikum die unterschiedlichen Standpunkte und Diskurse in der Medizin näher brachten. Univ.-Prof. Dr. Ulrike Felt (Institut für Wissenschaftsforschung, Universität Wien) referierte über frühere Kontroversen und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Medizin. Der Vortrag von Dr. Anna Durnová, Ph.D. (Institut für Politikwissenschaften, Universität Wien) handelte über den ungarischen Arzt Ignaz Semmelweis und seinen Kampf um die Wahrheit. Darauf folgte Univ.-Prof. Dr. Wilfred Druml (Univ.-Klinik für Innere Medizin III, Medizinische Universität Wien) und stellte die Ansichten des Chirurgen Emerich Ullmann vor, um schließlich zu ergründen, ob der bekannte Mediziner verkannt oder verhindert wurde.

Dr. Daniela Angetter (Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften) stellte den Disput zwischen Guido Holzknecht und Leopold Arzt dar und zeigte eindrucksvoll das Zusammentreffen von modernen und konservativen Ansätzen bzw. Konzepten. Zum Abschluss trug Prof. Ulrich Gotsbacher einen bis dahin unbekannten Text von Erwin Ringel, dem vor 20 Jahren verstorbenen Psychiater und Neurologen, unter dem Titel „Kunst ist Störung“ vor. Im Anschluss an die Veranstaltung gab es ein Buffet, das den Widerspruch und den Kontrast in der Präsentation und in der Auswahl der Speisen innehatte, und somit zum Thema passte. Im Foyer des Billrothhauses wurde vom Bibliothekar des Billrothhauses, Dr. Hermann Zeitlhofer, die neue Ausstellung zum Thema dieser Veranstaltung gezeigt (gemeinsam mit der Bibliothek der Universität Wien und dem Josephinum).


Die Vorträge im Überblick:

Kontroversen: ihre Bedeutung in der Entwicklung der Medizin
Univ.-Prof. Dr. Ulrike Felt
Institut für Wissenschafts- und Technikforschung, Universität Wien
Ignaz Semmelweis: Kampf um die Wahrheit
Dr. Anna Durnová, Ph.D.
Institut für Politikwissenschaften, Universität Wien
Emerich Ullmann - verkannt oder verhindert?
Univ.-Prof. Wilfred Druml
Univ.-Klinik für Innere Medizin III, MedUni Wien
Guido Holzknecht - Leopold Arzt: Neuorganisation versus Bewahren
Dr. Daniela Angetter
Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften
20:30 Uhr
Kunst ist Störung - anlässlich des 20. Todestages von Erwin Ringel
Prof. Ulrich Gotsbacher


Die Bilder des Abends:

Billrothhaus

Veranstaltung vom 22.10.14 im Billrothhaus

Bilder: © Gesellschaft der Ärzte