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„Otto-Kraupp-Preis 2018“ für die beste Habilitation 2017 im Billrothhaus verliehen, Gesellschaft der Ärzte

„Otto-Kraupp-Preis 2018“ für die beste Habilitation 2017 im Billrothhaus verliehen

Am 29. Mai 2018 wurde der Otto-Kraupp-Preis zu Ehren von Univ.-Prof. DDr. Otto Kraupp im Billrothhaus verliehen. Der erste Platz ging dieses Jahr an Herrn Priv.-Doz. DDr. Johann Georg Danzl für seine Habilitation „Novel approaches for improving coordinate-targeted nanoscopy of living cells and tissues“.

Wien – Der von Siemens Healthineers zur Verfügung gestellte „Otto-Kraupp Preis“ wurde am 29. Mai 2018 bereits zum 20. Mal für die beste an einer österreichischen Medizinischen Universität angenommene Habilitation verliehen.

Die Gesellschaft der Ärzte in Wien vergibt den Otto-Kraupp-Preis seit 1999 jährlich in Erinnerung an die außerordentlichen Leistungen von Univ.-Prof. DDr. Otto Kraupp als Ordinarius für Pharmakologie und Toxikologie sowie als langjähriger Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Die Auswahl unter den Kandidaten wird von einer unabhängigen Jury getroffen.

Durch den Abend führten Herr Univ.-Prof. Dr. Walter Hruby (Präsident der Gesellschaft der Ärzte in Wien) und der Initiator und Vorsitzende der Jury, Herr Univ.-Prof. Dr. Helmut Sinzinger (Institut ATHOS, Wien). Nach einleitenden Worten der Moderatoren und der Begrüßung durch Herrn Prof. Dr. Hruby präsentierten die drei im Vorfeld ausgewählten BewerberInnen ihre Habilitationen.

Herr Priv.-Doz. DDr. Johann Georg Danzl (Institute of Science and Technology Austria, Klosterneuburg) überzeugte die Jury mit seiner Arbeit „Novel approaches for improving coordinate-targeted nanoscopy of living cells and tissues” und konnte sich damit den ersten Platz des Otto-Kraupp-Preises 2018 sichern. Der zweite Preis ging an Herrn Ass.-Prof. PD Dr. Günther Silbernagel (Klin. Abteilung für Angiologie, MedUni Graz) für seine Arbeit „Lipidstoffwechsel und Diabetes als kardiovaskuläre Risikofaktoren“. Den 3. Platz erreichte Frau Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Isabel Heidegger (Univ.-Klinik für Urologie, MedUni Innsbruck) mit ihrer Habilitation „Biomarkers and new therapeutic targets in prostate cancer“. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert und wurde von Herrn DI Harald Kauders (Siemens Healthineers) überreicht.

Die Gesellschaft der Ärzte in Wien gratuliert allen PreisträgerInnen herzlich zu ihren herausragenden Leistungen und bedankt sich bei allen TeilnehmerInnen für ihre zahlreichen Einreichungen. Ein besonderer Dank geht an den Sponsor Siemens Healthineers.

Die PreisträgerInnen im Überblick:
1. Preis:
Herr Priv.-Doz. DDr. Johann Georg Danzl (Institute of Science and Technology Austria, Klosterneuburg)
„Novel approaches for improving coordinate-targeted nanoscopy of living cells and tissues”
Johann Danzl beschäftigt sich mit der Entwicklung und biologischen Anwendung von neuartigen Lichtmikroskopieverfahren, insbesondere von Fluoreszenzmikroskopie mit besonders hoher räumlicher Auflösung. Das Auflösungsvermögen von Lichtmikroskopen ist durch Beugung der Lichtwellen auf ca. die halbe Wellenlänge oder 200 Nanometer begrenzt. Im Gegensatz dazu ermöglichen sogenannte „Super-Resolution“ oder „Nanoskopie“-Verfahren deutlich erhöhte Auflösung im Bereich von wenigen zehn Nanometern. Prof. Danzl studierte in Innsbruck Medizin und Physik und absolvierte dort ein naturwissenschaftliches Doktorat in experimenteller ultrakalter Quantenphysik. Danach wechselte er an das Max Planck Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen (Deutschland), um beide Disziplinen im Rahmen der hochauflösenden Mikroskopie zu verbinden. Im April 2017 erlangte er die Habilitation an der Medizinischen Universität Innsbruck im Fach Biophysik.
Die Habilitationsarbeit stellt ein neuartiges Verfahren für die Super-resolution Mikroskopie vor.  Bei diesem „Protected STED“ Verfahren wird ein zusätzlicher optischer Übergang im Farbstoffmolekül ausgenutzt, wodurch sich eine deutlich erhöhte Fähigkeit ergibt, wiederholt hochaufgelöste Abbildungen zu generieren (Danzl, Sidenstein et al., Nature Photonics (2016)). Gleichzeitig wurde durch dieses Konzept die erzielbare Auflösung erhöht und die Möglichkeit eröffnet, z.B. lebende Nervenzellen mit nicht-beugungslimitierter Auflösung in 3D im Hirngewebe abzubilden. Dr. Danzl folgte vor kurzem einem Ruf an das Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg, wo er eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aufbaut, in der physikalische und biomedizinische Ansätze und Methoden zusammengeführt werden, um biologische Gewebe umfassender phänotypisch charakterisieren zu können. Dies ist sowohl für die Grundlagenforschung als auch in Zukunft für die medizinische Diagnostik und personalisierte Medizin von großem Interesse.

2. Preis:
Herr Ass.-Prof. PD Dr. Günther Silbernagel (Klin. Abteilung für Angiologie, MedUni Graz)
„Lipidstoffwechsel und Diabetes als kardiovaskuläre Risikofaktoren“
Die Habilitationsschrift von Dr. Günther Silbernagel beinhaltet Arbeiten zur Pathophysiologie und Risikostratifikation von kardiovaskulären Erkrankungen. Durch die Entwicklung einer neuen Methode zur Bestimmung von Sterinen im Blut konnte gezeigt werden, dass eine hohe Cholesterin-Aufnahme aus dem Darm, nicht aber eine moderat erhöhte Konzentration an pflanzlichen Sterinen im Blut mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einhergeht. Die Verwendung von mit pflanzlichen Sterinen angereicherten Margarinen zur Cholesterin-Senkung scheint als unbedenklich.
Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass eine erhöhte Konzentration an HDL-Cholesterin bei Pateinten mit bereits bestehender Arteriosklerose oder Niereninsuffizienz nicht mit einem niedrigen kardiovaskulären Risiko einhergeht. Das „gute Cholesterin“ scheint also in der Sekundärprävention nicht geeignet als Indikator für einen den reversen Cholesterin-Transport. Schließlich ergaben Untersuchungen, dass das HbA1c ein sehr nützlicher Parameter nicht nur zur Diagnosestellung und Therapiesteuerung bei Diabetes mellitus ist, sondern auch ein sehr nützlicher Parameter zur Abschätzungen des Risikos für makrovaskuläre Ereignisse.

3. Preis:
Frau Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Isabel Heidegger (Univ.-Klinik für Urologie, MedUni Innsbruck)
„Biomarkers and new therapeutic targets in prostate cancer“
Der Prostatakrebs ist der häufigste Tumor des Mannes, jedoch sind viele Tumore nur bedingt aggressiv und somit behandlungsbedürftig. In unseren Arbeiten konnten wir zeigen, dass neben dem routinemäßig verwendeten PSA eine zusätzliche Messung von PSA-Isoformen hilfreich in der Diagnostik von aggressiven Tumoren ist. Weiters konnten wir in experimentellen Arbeiten neue Biomarker für das Ansprechen auf diverse Therapien beim metastasierten Prostatakrebs finden, so dass den Patienten eine maßgeschneiderte personalisierte Therapie angeboten werden kann.

Sehen Sie hier Bilder des Otto-Kraupp-Preises 2018 (© Stefan Burghart):

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Bilder: © Stefan Burghart

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