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Die Präsidenten der Gesellschaft der Ärzte in Wien (Teil 11): Siegmund Exner (1846-1926), Gesellschaft der Ärzte

Die Präsidenten der Gesellschaft der Ärzte in Wien (Teil 11): Siegmund Exner (1846-1926)

 

1846 in Wien als Sohn des österreichischen Philosophen und Schulreformers Franz Serafin Exner geboren, wuchs Siegmund Exner in einer der bedeutendsten Gelehrtenfamilien der Habsburgermonarchie auf. Zwei seiner Brüder wurden Universitätsprofessoren für Physik, ein weiterer Rechtsprofessor an der Universität Zürich. Seine Schwester war mit dem Urologen Anton Frisch verheiratet und Mutter des Zoologen und späteren Nobelpreisträgers Karl Frisch.

Werdegang
Von Kindheit an war Siegmund Exner fasziniert von der Zoologie. Er wandte sich aber doch dem Studium der Medizin zu (ab 1865 in Wien bei Ernst v. Brücke bzw. in Heidelberg bei Hermann Helmholtz). Seiner Promotion 1870 in Wien folgte schon 1871 die Habilitation. 1875 wurde er zum Ao. Professor am Physiologischen Institut der Universität Wien ernannt. 1891 wurde Exner schließlich in der Nachfolge Brückes als Ordinarius an dieses Institut berufen. Diese Position hatte er bis zu seiner Emeritierung 1917 inne. Seine beiden Söhne wurden ebenfalls Universitätsprofessoren (für Chirurgie bzw. für Meteorologie).

Ein Leben für die Forschung
Obwohl an der Lehre interessiert und auch an einer Reform der medizinischen Studienordnung beteiligt, war Exner doch in erster Linie Forscher. Er gilt als einer der Väter der vergleichenden Physiologie, der Hirnforschung und der Sinnesphysiologie. Seine Untersuchungen über Großhirnlokalisation befassten sich mit der Beziehung zwischen den psychischen Erscheinungen und den Vorgängen im Zentralnervensystem. Als bemerkenswert kann heute angesehen werden, dass er bereits 1894 folgerte, dass Denken und Bewusstsein Funktionen der Netzwerkarchitektur des Gehirns sein müssen.
Berühmt wurden seine Publikationen über Tierversuche (Flug und Schweben der Vögel, Orientierungsvermögen der Brieftauben) und über die physiologische Optik (Facettenaugen der Insekten, Sinnestäuschung, Bewegungssehen).
Exner veröffentlichte auch bahnbrechende Arbeiten zur Stimm- und Sprachphysiologie und entwickelte das Laryngometer zur Messung der Weite der Stimmritze. Aus diesen Forschungszusammenhängen erklärt sich seine Initiative bei der Gründung des Phonogrammarchivs der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Jahr 1899, dem ältesten audiovisuellen Archiv der Welt. Exner wurde der erste Obmann der Phonogrammarchivs-Kommission.

Abseits der Medizin
Sein besonderes Interesse galt außerdem der Akustik von Räumen. Beim Neubau des Physiologischen Institutes in der Währingerstraße (Eröffnung 1899) konnte er seine diesbezüglichen Erkenntnisse in die Praxis umsetzen: Gegen den Willen des Architekten wurde nach Exners Ideen der Hörsaal mit einer schiefen Decke ausgestattet.
 
Exners Präsidentschaft
Bereits seit 1898 Vizepräsident der Gesellschaft der Ärzte, wurde Exner 1910 zu deren Präsident gewählt. Seine Präsidentschaft war vom 1. Weltkrieg geprägt, der die Gesellschaft durch Mitgliederverlust und die schwere wirtschaftliche Krise vor existentielle Probleme stellte. Nachdem er nach dem Ende des 1. Weltkrieges eine Wiederwahl abgelehnt hatte, wurde er 1919 zum Ehrenpräsidenten der Gesellschaft ernannt. 1917 wurde er auf Grund seiner Verdienste zum Ritter Exner von Ewarten geadelt. Er verstarb knapp 80-jährig im Februar 1926 in Wien.

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