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Nachbericht: Wilhelm Firbas – ein 80er, Gesellschaft der Ärzte

Nachbericht: Wilhelm Firbas – ein 80er

Am 30. Jänner 2019 fanden sich im Billrothhaus zahlreiche Kollegen, Schüler, Freunde und Weggefährten von Prof. Wilhelm Firbas ein, um seinen 80. Geburtstag zu feiern. Neben zahlreichen Anekdoten, Erinnerungen und Bildern aus seiner bemerkenswerten Karriere gaben die Vortragenden auch einen interdisziplinären Überblick über Prof. Firbas‘ Fachdisziplin, die Anatomie. Sie würdigten Prof. Firbas als einen liberalen, wichtigen und empathischen Lehrer mit umfassendem Interesse für verschiedene Wissensspektren, und dankten ihm für seine jahrelange Unterstützung.

Eingangs begrüßte Univ.-Prof. Dr. Helmut Sinzinger (Institut ATHOS, Wien) die anwesenden Gäste und erzählte von seinen eigenen Anfängen am damals I. Anatomischen Institut der Medizinischen Fakultät. Mit Prof. Wilhelm Firbas verbindet ihn eine gemeinsame Entwicklung: Beide wurden beim Rigorosum von Prof. Hayek gefragt, ob sie nicht am Anatomischen Institut arbeiten wollten. Prof. Sinzinger wurde nahegelegt, sich Hayeks Schüler Firbas anzuschließen. Unter dessen Leitung befasste er sich am Institut zunächst sowohl mit der Morphologie des Ohres als auch der Gefäße.
Nach der Eröffnungsrede überreichte Prof. Sinzinger dem Jubilar ein Lego-Billrothhaus von viennabricks.at als Geburtstagsgeschenk.

Den ersten wissenschaftlichen Beitrag des Abends leistete Univ.-Prof. Dr. Gerd B. Müller (Department für Theoretische Biologie, Universität Wien) zum Thema Evolution und Anatomie bzw. zur Entwicklung der Extremitäten. Nach seiner Zeit als Demonstrator nahm Prof. Müller seinen ganzen Mut zusammen und ging eines Tages zu Prof. Firbas, um sich als Assistent zu bewerben. Auf halbem Weg trafen sie einander im Stiegenhaus und Prof. Firbas fragte ihn spontan, ob er eine Assistentenstelle annehmen würde – worauf Prof. Müller erwiderte „Das müsste man sich überlegen“. In der Folge verfassten Prof. Müller mit Prof. Firbas erste gemeinsame Forschungsarbeiten zum Innenohr und organisierten auch den ersten gemeinsamen Kongress.

Anschließend referierte Univ.-Prof. Dr. Engelbert Knosp (Univ.-Klinik für Neurochirurgie, MedUni Wien) zur Verbindung zwischen Neurochirurgie und Anatomie. Auch Prof. Knosp war als Demonstrator unter Prof. Firbas tätig und hat ihn als empathischen und wichtigen Lehrer in Erinnerung. In seinem Vortrag ging Prof. Knosp vor allem auf die Bedeutung der Anatomie der Chirurgie sowie auf die Entwicklung der Neurochirurgie ein.

Auch Univ.-Doz. Dr. Brigitta Balogh (Fachärztin für Plastische, Ästhetische & Rekonstruktive Chirurgie, Wien) resümierte über die gemeinsame Zeit mit Prof. Firbas am Anatomischen Institut; bei ihm schrieb sie auch ihre Habilitation. Weiters beleuchtete sei in ihrem Vortrag die Historie der Anatomie, Prof. Firbas‘ Zeit am Institut und gemeinsame wissenschaftliche Arbeiten.

Im Gegensatz zum Großteil der Festredner war Univ.-Prof. Dr. Constantin Sora (Vizerektor der Sigmund Freud Privatuniversität, Wien) weder Student noch Demonstrator oder Assistent unter Prof. Firbas. Er arbeitete zunächst in Heidelberg mit Gunther von Hagens bevor er nach Wien wechselte und dort ein Plastinationslabor gründete. In seinem Vortrag erläuterte Prof. Sora nicht nur Techniken der Plastination, sondern resümierte auch über seine Zeit mit Prof. Firbas, mit dem er etwa den 13. Plastinationskongress in Wien organisierte.

Dr. Friederike Spitzenberger (ehem. Leiterin der Säugetiersammlung, Naturhistorisches Museum Wien) beleuchtete in ihrem Vortrag das frühe biologische Interesse von Prof. Firbas, der schon als Jugendlicher über Vogelbeobachtungen zur Biologie kam und darüber akribische Aufzeichnungen führte. Die Stadt Steyr, wo er das Gymnasium besuchte, galt damals als Zentrum von bedeutenden Vogelbeobachtern. Seit 2015 ist Prof. Firbas Präsident von BirdLife Österreich.

Anschließend referierte Univ.-Prof. Dr. Dagmar Eigner (Geschichte der Medizin, Josephinum) über die Verbindung zwischen Medizin und Kultur- bzw. Sozialanthropologie, sowie über die Medical Anthropology als multidisziplinäre Wissenschaft. Prof. Firbas war nicht nur ihr Mentor und langjähriger Wegbegleiter; er ist auch Vizepräsident der von ihr geleiteten Österreichischen Gesellschaft für Medical Anthropology.

Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze (Director, Competent Body, European Centre for Disease Prevention and Control) sprach, ebenso wie Prof. Eigner, in seinem Vortrag über Medical Anthropology als Disziplin und fokussierte außerdem auf die verschiedenen Formen des Alterns.

Zum Abschluss dankte Univ.-Prof. Dr. Walter Hruby (Präsident der Gesellschaft der Ärzte in Wien) den Festrednern für die facettenreiche Würdigung von Prof. Firbas und überbrachte seinem Lehrer und Mentor im Namen der Gesellschaft der Ärzte die besten Glückwünsche.

Die Videos der Jubiläumsveranstaltung können Sie hier streamen.

V.l.n.r.:
Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Univ.-Prof. Dr. Dagmar Eigner, Univ.-Prof. Dr. Gerd B. Müller,
Dr. Friederike Spitzenberger, Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Firbas, Univ.-Doz. Dr. Brigitta Balogh,
Univ.-Prof. Dr. Helmut Sinzinger, Univ.-Prof. Dr. Engelbert Knosp, Univ.-Prof. Dr. Walter Hruby,
Univ.-Prof. Dr. Constantin Sora

 

 

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